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Patientenverfügung Deutschland - Ablauf, Inhalt & Kosten

  • Redaktion Erbrechtsinfo.com
Patientenverfügung ausgefüllt
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Neben der Vorsorgevollmacht bietet auch die Patientenverfügung in Deutschland eine Möglichkeit, seinen letzten Willen zu äußern, auch wenn dies in der aktuellen Situation, aufgrund von Krankheit oder Unfall, nicht mehr möglich ist. 

Mithilfe der Patientenverfügung können Patientinnen und Patienten vorsorglich festlegen, dass gewisse medizinische Maßnahmen bzw. Behandlungen unterlassen werden, falls sie dies nicht mehr selbstständig entscheiden können.

Im folgenden Beitrag erfahren Sie alles zum Thema Patientenverfügung in Deutschland. Welche Form und welchen Inhalt muss eine Patientenverfügung haben, wer kann eine Patientenverfügung verfassen und kann ich diese auch widerrufen? 

Außerdem finden Sie im Artikel eine Patientenverfügung zum Ausdrucken bzw. eine Patientenverfügung Vorlage. Sie sollten Ihr Patientenverfügung Formular jedoch unbedingt von einem spezialisierten Anwalt für Erbrecht überprüfen lassen, um Formfehler zu vermeiden. 

Nutzen Sie doch gerne unsere Anwaltssuche bei Erbrechtsinfo.com und kontaktieren sie schnell und bequem Ihren Spezialisten.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit einer Patientenverfügung haben Sie die Möglichkeit, medizinische Behandlungen im Voraus abzulehnen.
  • Eine Patientenverfügung stellt die medizinische Behandlung eines Patienten für den Fall seiner Urteilsunfähigkeit sicher.
  • Eine Patientenverfügung muss schriftlich errichtet und unterschrieben werden.
  • Um eine Patientenverfügung zu errichten, muss man die Einwilligungsfähigkeit besitzen, was bei Minderjährigen im Einzelfall geprüft werden muss.
  • Eine Patientenverfügung sollte schnell aufzufinden sein.
  • Es ist wichtig, sich beim Aufsetzten einer Patientenverfügung fachlich gut beraten zu lassen.

Was ist eine Patientenverfügung?

Was eine Patientenverfügung ist, ist einfach erklärt. 

Eine Patientenverfügung ist eine höchstpersönliche Willenserklärung eines Menschen, die dann Anwendung findet, wenn ein Mensch zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr in der Lage sein sollte, seinen Willen frei zu äußern. 

Die Patientenverfügung Erklärung dient also dazu, die medizinische Pflege und Behandlung einer Person für den Fall sicherzustellen, dass sie aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes nicht mehr in der Lage ist, ihre Wünsche mitzuteilen und / oder urteilsunfähig ist. 

Dementsprechend bietet eine Patientenverfügung die Möglichkeit der vorgezogenen Selbstbestimmung für den Umstand, dass man, verursacht durch Unfall oder Krankheit, nicht mehr selbstbestimmt handeln kann. 

Mit einer Patientenverfügung ist es also möglich, den eigenen Willen über das eigene Wohl zu stellen und beispielsweise lebenserhaltende Maßnahmen abzulehnen.

Wer kann eine Patientenverfügung verfassen?

In § 1901a BGB wird festgelegt, dass jeder einwilligungsfähige Volljährige eine Patientenverfügung errichten kann. Die Errichtung der Patientenverfügung muss schriftlich erfolgen. Im Einzelfall muss geprüft werden, wann ein Patient als einwilligungsfähig zu gelten hat. 

Grundsätzlich gilt ein Mensch dann als einwilligungsfähig, wenn er in der Lage ist, die Tragweite seiner Entscheidungen nicht nur zu erkennen, sondern auch angemessen zu beurteilen und zu handeln. 

Die Einwilligungsfähigkeit wird von der Geschäftsfähigkeit unterschieden. Das bedeutet, dass in Einzelfällen auch Jugendliche unter 18 Jahren als einwilligungsfähig eingestuft werden können, seltener jedoch solche unter 16 Jahren. 

Ein Minderjähriger unter 14 Jahren gilt in der Regel nicht als einwilligungsfähig. Um im Einzelfall eine Entscheidung zu treffen, muss der betreffende Minderjährige auf seine geistige Entwicklung und Reife hin untersucht werden.

Brauche ich eine Patientenverfügung?

Die Entscheidung für oder gegen eine Patientenverfügung ist keine leichte. Wer sich für eine Patientenverfügung entscheidet und sich festlegt, bestimmte Behandlungen abzulehnen, entscheidet sich im schlimmsten Fall gegen ein Weiterleben. 

Wer allerdings keine Patientenverfügung errichtet und durch Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen zu äußern, muss dann unter Umständen ein Weiterleben in Abhängigkeit und Fremdbestimmung führen. 

Sicherlich braucht man keine Patientenverfügung und man ist auch nicht dazu verpflichtet, eine zu errichten. Allerdings sollte sich jeder Mensch die Zeit nehmen, über eine Patientenverfügung nachzudenken, sich mit möglichen Szenarien auseinanderzusetzen und sein Recht auf Selbstbestimmung durch eine Patientenverfügung bewusst wahrzunehmen oder abzulehnen. 

Leichtfertig sollte man hier jedenfalls keine Entscheidungen treffen, sondern genauestens darüber nachdenken, was für Konsequenzen bestimmte Verfügungen haben können.

Was passiert, wenn ich keine Patientenverfügung habe?

Auch für den Fall, dass ein Mensch keine Patientenverfügung besitzt, gibt es gesetzliche Regelungen, die eingehalten werden müssen. In § 1901a Abs. 2 heißt es:

„Liegt keine Patientenverfügung vor oder treffen die Festlegungen einer Patientenverfügung nicht auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation zu, hat der Betreuer die Behandlungswünsche oder den mutmaßlichen Willen des Betreuten festzustellen und auf dieser Grundlage zu entscheiden, ob er in eine ärztliche Maßnahme nach Absatz 1 einwilligt oder sie untersagt. Der mutmaßliche Wille ist aufgrund konkreter Anhaltspunkte zu ermitteln. Zu berücksichtigen sind insbesondere frühere mündliche oder schriftliche Äußerungen, ethische oder religiöse Überzeugungen und sonstige persönliche Wertvorstellungen des Betreuten.“

Weil die Ermittlung des mutmaßlichen Willens eines Menschen oftmals nicht einfach ist, viel Zeit in Anspruch nimmt und es zu Fehlschlüssen kommen kann, ist es jedoch empfehlenswert, sich selbst über seine Wünsche Gedanken zu machen und eine Patientenverfügung zu errichten. 

Kann der mutmaßliche Wille eines Menschen ohne Patientenverfügung nicht ermittelt werden, so wird davon ausgegangen, dass der Patient allen ärztlich indizierten Maßnahmen zustimmt.

Welche Patientenverfügung Formvorschriften gibt es zu beachten?

Für eine Patientenverfügung gibt es nicht viele Formvorschriften. Die Patientenverfügung Formvorschriften, die es gibt, müssen allerdings streng eingehalten werden, damit eine Patientenverfügung auch gültig ist. 

Demnach muss eine Patientenverfügung schriftlich verfasst werden und muss eigenhändig mit vollem Namen unterzeichnet werden. Alternativ ist ein beglaubigtes Handzeichen von einem Notar vorgesehen.

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Patientenverfügung selber zu schreiben bzw. generell eine Patientenverfügung aufsetzten wollen, sollten Sie sich am besten von einem kompetenten Rechtsanwalt beraten lassen. 

Über die Anwaltssuche von Erbrechtsinfo.de finden Sie einen passenden Ansprechpartner in Ihrer Region und haben die Möglichkeit der kostenfreien Kontaktaufnahme.

Kann ich eine Patientenverfügung mündlich äußern?

Eine Patientenverfügung mündlich zu errichten, ist nicht möglich. Trotzdem werden mündliche Aussagen nicht außer Acht gelassen. Wenn keine Patientenverfügung vorliegt, sind die behandelnden Ärzte dazu verpflichtet, den mutmaßlichen Patientenwillen in Erfahrung zu bringen. 

Bei der Ermittlung dieses mutmaßlichen Patientenwillens werden mündlich getroffene Aussagen zu Behandlungswünschen und Wertvorstellungen selbstverständlich berücksichtigt.

Wie formuliere ich eine schriftliche Patientenverfügung?

Als medizinischer Laie kann man die Folgen einer medizinischen Behandlung oder der Unterlassung einer medizinischen Behandlung oftmals nicht einschätzen. Beim Patientenverfügung erstellen sollte sich daher jeder von Experten beraten lassen – entweder von einem Arzt oder kundigen Organisationen. 

Besonders wichtig ist es auch, klare und eindeutige Formulierungen zu verwenden und auf Phrasen zu verzichten. Was ein Mensch beispielsweise unter einem „menschenunwürdigen Leiden“ versteht, ist stark individuell und für den behandelnden Arzt daher eine für die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung unbrauchbare Aussage.

Es ist möglich, für verschiedene Situationen unterschiedliche Verfügungen für die Behandlung zu treffen oder eine Patientenverfügung nur für bestimme Fälle, beispielsweise die Sterbephase, zu errichten.

Wo bewahre ich meine Patientenverfügung auf?

Weil es im Zweifelsfall schnell gehen muss, sollten Sie Ihr Patientenverfügung Original an einem gut zugänglichen Ort aufbewahren und die Menschen in Ihrem Umfeld über den genauen Aufbewahrungsort des Patientenverfügung Originals in Kenntnis setzen. 

Wenn Sie eine Patientenverfügung im Rahmen einer Vorsorgevollmacht errichten, können Sie diese beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren lassen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, eine Patientenverfügung bei privaten Organisationen zu hinterlegen. 

Beachten Sie aber hier, dass Krankenhäuser sich bei privaten Organisationen oftmals nicht über das Vorliegen einer Patientenverfügung informieren.

Wird Ihre Patientenverfügung in einem dringenden Fall nicht gefunden, entscheidet sich der Arzt im Zweifelsfall immer für die Erhaltung des Lebens.

Ist eine Patientenverfügung für den Arzt verbindlich?

Wenn eine Patientenverfügung vorliegt, ist diese für den behandelnden Arzt bindend. Von dieser Regelung gibt es nur Ausnahmen, wenn in der Patientenverfügung getroffene Regelungen gegen das geltende Gesetz verstoßen. 

Liegt ein begründeter Verdacht vor, dass die Patientenverfügung durch Zwang oder Unwissen zustande gekommen ist, kann ebenso von der Verbindlichkeit einer Patientenverfügung Abstand genommen werden. 

Wenn Sie sichergehen möchten, dass Ihre Patientenverfügung nicht angezweifelt werden kann, lassen Sie Ihre Patientenverfügung von einem Experten für Erbrecht prüfen und Ihre Urteilsfähigkeit zum Zeitpunkt der Errichtung offiziell feststellen.

Wer vertritt meinen letzten Willen, wenn ich nicht mehr selbst entscheiden kann?

Mit einer Patientenverfügung halten Sie Ihre Behandlungswünsche für den Fall fest, dass Sie sich nicht mehr äußern können. 

Trotzdem brauchen Sie jemanden, der dafür sorgt, dass die in Ihrer Patientenverfügung getroffenen Entscheidungen auch umgesetzt beziehungsweise eingehalten werden. 

Sie haben im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, eine Person zu bestimmen, die im Falle des Falls für Sie entscheidet. Diese beiden Möglichkeiten werden wir im Folgenden näher ausführen.

Betreuungsverfügung

Das Betreuungsgericht ist verpflichtet, einer Person, die nicht mehr selbst entscheiden kann, einen Betreuer zur Seite zu stellen. Wenn Sie sicherstellen möchten, dass dieser Betreuer eine Ihnen vertraute Person ist, können Sie eine sogenannte Betreuungsverfügung errichten. 

Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrer Betreuungsperson über Ihre Wünsche und Vorstellungen sprechen und Ihre Patientenverfügung gemeinsam durchgehen. Selbstverständlich ist der von Ihnen durch die Betreuungsverfügung beauftragte Betreuer dazu verpflichtet, Ihrem in der Patientenverfügung festgelegten Willen zu entsprechen.

Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht ermächtigen Sie eine von Ihnen ausgesuchte Person, festgelegte Aufgaben für Sie zu erledigen, wenn Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Weil ein per Vorsorgevollmacht Beauftragter für Sie entscheiden kann und Ihren Willen vertritt, ist es wichtig, dass Sie der bevollmächtigten Person Ihr uneingeschränktes Vertrauen entgegenbringen. 

Doch was ist der Unterschied von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht? Im Unterschied zur Patientenverfügung erhält der Bevollmächtigte in der Vorsorgevollmacht keine Anweisungen, wie er zu entscheiden hat. 

Die Betreuungsverfügung entfaltet hingegen erst dann Wirkung, wenn das Gericht es für nötig hält und den vorgeschlagenen Betreuer als solchen bestellt und die Einhaltung des Willens des Patienten überwacht. 

Wenn Sie jemanden in einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigen, ist diese Person keiner Kontrollinstanz unterstellt. Wenn Sie sich näher über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht informieren möchten oder eine Patientenverfügung mit einer Betreuungsverfügung kombinieren möchten, sprechen Sie am besten mit einem Rechtsexperten für Erbrecht. 

Zur umfassenden Vorsorge kann dieser Ihnen auch bei Ihrer Nachlassplanung behilflich sein, Sie zur gesetzlichen Erbfolge und gewillkürten Erbfolge beraten und gegebenenfalls bei der Testament oder Erbvertrag Aufsetzung behilflich sein.

Wichtiger Hinweis

Kinder und / oder Ehepartner sind nicht automatisch bevollmächtigt, wenn der Partner oder ein Elternteil nicht mehr in der Lage ist, selbstbestimmt zu handeln. Deswegen ist es besonders wichtig, sich frühzeitig um die Vorsorge zu kümmern und sich über eine Betreuungsverfügung, eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung umfassend zu informieren.

Wie sollte eine schriftliche Patientenverfügung aufgebaut sein?

Eine Patientenverfügung sollte nach einem bestimmten Muster aufgebaut sein. Damit Sie nichts Wichtiges vergessen, bieten wir Ihnen hier einen Patientenverfügung Arbeitsbehelf, an dem Sie sich orientieren können. Nehmen Sie im Zweifelsfall aber trotzdem professionelle Hilfe in Anspruch. Kernbestandteile einer Patientenverfügung sind:

  • Eingangsformel
  • genaue Benennung der Situationen, in denen die Patientenverfügung greifen soll
  • Detaillierte Festlegung (Zustimmung bzw. Ablehnung) zu bestimmten medizinischen und pflegerischen Maßnahmen
  • Schlussformel
  • Datum und Unterschrift

Über diese Kernbestandteile hinaus sind weitere Punkte in einer Patientenverfügung empfehlenswert, die wir im folgenden Patientenverfügung Arbeitsbehelfen anführen:

  • Persönliche Wünsche zu begleitenden Personen und Behandlungsorten
  • Hinweise auf andere Vorsorgeverfügungen und eventuell beigefügte Erläuterungen im Anhang der Patientenverfügung
  • Aussagen zur Organspende
  • Wertvorstellungen und Lebenseinstellungen, die im Zweifelsfall der Entscheidungshilfe dienen

Warum ist es wichtig, der Patientenverfügung eine persönliche Wertvorstellung beizufügen?

Es ist kaum möglich, in einer Patientenverfügung alle erdenklichen Szenarien und Behandlungen abzudecken und für alle Fälle im Voraus eine Entscheidung zu treffen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Ihre Patientenverfügung eine persönliche Werteerklärung enthält, die die behandelnden Ärzte als Handlungsrichtlinie nutzen können. 

Eine Werteerklärung sollte neben den persönlichen Werten, Überzeugungen und Hintergrund auch die individuellen Erfahrungen, Vorstellungen von Lebensqualität und Ihre Haltung zu Abhängigkeit und dem Leben in Fremdbestimmung beinhalten.

Wann ist meine Patientenverfügung gültig?

Damit eine Patientenverfügung in jedem Fall gültig ist, sollten verschiedene Punkte erfüllt sein. Für die Patientenverfügung Gültigkeit ist maßgebend,

  • dass alle Formulierungen präzise erfolgen und medizinisch korrekt sind. Das gilt vor allem für Verfügungen, in denen es um die Entscheidung über Leben und Tod geht.
  • dass sie regelmäßig aktualisiert wird. Wenn eine Patientenverfügung nicht mehr auf dem neuesten medizinischen Stand ist, verliert sie unter Umständen ihre Gültigkeit.
  • dass sie sofort verfügbar ist. Ist Ihre Patientenverfügung nicht aufzufinden, entscheiden die Ärzte im Zweifelsfall für die Erhaltung des Lebens.
  • dass sie eigenhändig unterschrieben ist. Ohne Unterschrift ist die Patientenverfügung Gültigkeit nicht gegeben.

Wie lange ist eine Patientenverfügung gültig?

Eine Patientenverfügung ist solange gültig, wie sie auf dem neuesten medizinischen Stand ist und alle sonstigen Patientenverfügungen Formvorschriften eingehalten werden. Es ist ratsam, seine Patientenverfügung regelmäßig daraufhin zu überprüfen, ob sie immer noch dem eigenen Willen entspricht. Wenn Sie Verfügungen über Organspende treffen, ist die Patientenverfügung Gültigkeit sogar über den Tod hinausgegeben.

Wann wird eine Patientenverfügung ungültig?

Eine Patientenverfügung wird ungültig, wenn

  • sie zu ungenaue Formulierungen enthält
  • viele Jahre keine Aktualisierung stattgefunden hat
  • keine eigenhändige Unterschrift vorhanden ist
  • aktive Sterbehilfe gewünscht wird, die in Deutschland verboten ist
  • Sie nicht einwilligungsfähig sind.

Muss ich die Patientenverfügung regelmäßig aktualisieren?

Um sicherzugehen, dass Ihre Patientenverfügung Ihre Gültigkeit nicht verliert, sollten Sie alle ein bis zwei Jahre eine Patientenverfügung Erneuerung vornehmen. Wenn sich Ihr Wille nicht geändert hat, reicht es, wenn Sie die Patientenverfügung erneuern, indem Sie sie schlicht mit einem neuen Datum versehen und neu unterschreiben. So zeigen Sie, dass Ihr Wille immer noch aktuell ist und sich nicht geändert hat.

Kann ich meine Patientenverfügung widerrufen?

Jeder Mensch hat das Recht, seine Patientenverfügung jederzeit wieder formlos zu widerrufen. Dieses Recht wird in § 1901a Abs. 1 Satz 3 BGB festgehalten. Hier heißt es: „Eine Patientenverfügung kann jederzeit formlos widerrufen werden.“ Eine Patientenverfügung widerrufen können Sie also ganz einfach dadurch, dass Sie sie beispielsweise zerreißen, wegwerfen oder durchstreichen.

Wie erhalte ich eine Patientenverfügung?

Sie haben die Möglichkeit, Ihre Patientenverfügung gemeinsam mit einem Arzt zu errichten oder das Patientenverfügung Formular des Justizministeriums zu nutzen. Allerdings sollten Sie sich auch hier von einem Fachmann beraten lassen, um sicherzugehen, dass Sie keine Fehler machen, die die Patientenverfügung Gültigkeit beeinflussen.

Patientenverfügung Muster

Jeder, der darüber nachdenkt, eine Patientenverfügung zu errichten, sucht nach Patientenverfügung Vorlagen und Patientenverfügungen zum Ausdrucken, um sich näher zu informieren. Hier sollte man allerdings darauf achten, dass die Patientenverfügung Muster und Patientenverfügung PDFs häufig Fehler enthalten und unvollständig sind. Kontaktieren Sie also am besten einen Anwalt und lassen Ihre Patientenverfügung in jedem Fall prüfen.

Unterstützung durch einen Dienstleister

Es gibt online verschiedene Dienstleister, die mit Frage-Antwort-Systemen verschiedene Vorsorgepakete verkaufen. Am sichersten ist jedoch die persönliche Beratung durch einen Arzt beziehungsweise Fachmann, der Ihnen auch direkt Fragen beantworten und die Patientenverfügung mit Ihnen Schritt für Schritt durchgehen kann.

Warum sollte ich für die Erstellung meiner Patientenverfügung unbedingt einen Anwalt oder einen Notar kontaktieren?

Wenn Sie eine Patientenverfügung erstellen möchten, sollten Sie die Hilfe eines Rechtsanwalts in Anspruch nehmen, weil Sie so von einer umfassenden Beratung profitieren, die individuell auf Sie zugeschnitten ist. 

Ein Spezialist kann Sie detailliert beraten und vor dafür sorgen, dass Ihre Patientenverfügung am Ende allen Formvorschriften genügt. Einen passenden Ansprechpartner für Ihre Patientenverfügung finden Sie gleich hier auf Erbrechtsinfo.com in unserem Anwaltsverzeichnis.

Mit welchen Patientenverfügung Kosten muss ich rechnen?

Die Patientenverfügung Kosten fallen unterschiedlich aus. Wer sich beim Anwalt oder Notar beraten lassen möchte, muss mit einer Gebühr für die Erstberatung rechnen, die gesetzlich geregelt ist und einen Betrag von 226,10 Euro (inkl. MwSt.) nicht übersteigen darf. Für die Errichtung der Patientenverfügung an sich können Sie mit Ihrem Anwalt entweder eine Pauschale oder eine Vergütung nach Stunden vereinbaren. Möglich ist auch eine Gebühr nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, die sich normalerweise nach dem Gegenstandswert richtet. 

Für eine Patientenverfügung wird ein Auffanggegenstandswert von 5000 Euro beziffert, was eine Gebühr von 492,54 Euro (inkl. Auslagen und MwSt.)  bedeuten würde.

Hilfreiche Tipps für die Patientenverfügung

Die Errichtung einer Patientenverfügung sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern sich genau überlegen, was man möchte. Damit Sie möglichst gut vorbereitet sind, erhalten Sie nun noch vier wichtige Tipps zur Patientenverfügung.

Arztgespräch mit Hausarzt & gleichzeitig Patientenverfügung Ausfüllhilfe

Besprechen Sie Ihre Patientenverfügung mit Ihrem Hausarzt und lassen sich über alle Folgen Ihrer Entscheidungen medizinisch aufklären. Wenn Ihr Arzt Ihre Patientenverfügung mitunterschreibt, wird hierdurch außerdem Ihre Einwilligungsfähigkeit bestätigt. Allerdings kann dies auch ein Notar oder eine Person Ihres Vertrauens übernehmen.

Organspende zustimmen

Sie haben in einer Patientenverfügung die Möglichkeit, sich für oder gegen eine Organspende zu entscheiden. Die Entscheidung ist gültig, auch wenn Sie keinen Organspendeausweis besitzen. Lassen Sie sich über die Möglichkeit der Organspende am besten auch von einem Arzt beraten.

Auf weitere Vorsorgeverfügungen hinweisen

Neben einer Patientenverfügung gibt es noch weitere Möglichkeiten, Vorsorgeverfügungen zu treffen. 

Im Verlauf des Artikels haben wir hierbei auf die sogenannte Betreuungsverfügung und die Vorsorgevollmacht hingewiesen. Sollten Sie weitere Vorsorgeverfügungen neben Ihrer Patientenverfügung getroffen haben, so sollten Sie in Ihrer Patientenverfügung unbedingt darauf hinweisen.

Zusammen mit der Vorsorgevollmacht registrieren lassen

Sie haben die Möglichkeit, Ihre Patientenverfügung gemeinsam mit einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung beim Zentralen Vorsorgeregister gegen eine Gebühr registrieren zu lassen. 

Krankenhäuser fragen das zentrale Register ab und erfahren so von Ihrer Patientenverfügung. Außerdem stellen Sie so sicher, dass das Betreuungsgericht keinen fremden Betreuer bestellt, sondern die von Ihnen ernannte Vertrauensperson.

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