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Die Schenkungssteuer in Deutschland - Wie hoch ist die Steuer bei Schenkungen?

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Frau erhält Schlüssel für Haus
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Die Schenkungssteuer hat dasselbe Prinzip wie die Erbschaftssteuer. Jedoch soll mithilfe der Schenkungssteuer im deutschen Erbrecht vermieden werden, dass Schenkungen nur vorgenommen werden, um im Erbfall anfallende Erbschaftssteuern am Fiskus vorbei zu schmuggeln. Deswegen müssen natürliche Personen in Deutschland, die eine Immobilie oder hohe Geldsummen geschenkt bekommen, Schenkungssteuer bezahlen. 

Die Schenkungssteuer Höhe richtet sich vor allem nach dem verwandtschaftlichen Verhältnis, die Schenkungssteuer bei Geschwistern ist beispielsweise höher als die Schenkungssteuer bei Kindern. Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer werden im selben Gesetz geregelt, dem Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Höhe der Schenkungssteuer ist abhängig davon, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis Geschenkgeber und Geschenknehmer stehen.
  • Es gibt für die Beschenkten drei verschiedene Steuerklassen: Sehr nahe Verwandte wie Kinder und Ehegatten zählen zur Steuerklasse I.
  • Bei Schenkungen gibt es sogenannte Freibeträge. Schenkungen, die den Freibetrag nicht überschreiten, sind von der Schenkungssteuer befreit.
  • Die Höhe der Freibeträge hängt davon ab, welcher Steuerklasse der Beschenkte angehört. Nahe Verwandte aus der Steuerklasse I haben höhere Freibeträge als Angehörige von Steuerklasse II und III.
  • Für Immobilien gelten unter bestimmten Voraussetzungen andere Regeln bei der Schenkungssteuer. Beispielsweise sind Immobilienschenkungen unter Eheleuten zur gemeinsamen Nutzung unabhängig von der Höhe von der Schenkungssteuer befreit.
  • Schenkungen beziehungsweisen Angaben zur Schenkungssteuer unterliegen der Meldepflicht beim zuständigen Finanzamt mit einer Frist von drei Monaten.
  • Die Schenkungssteuer umgehen kann man in einigen Fällen beispielsweise mit Kettenschenkungen oder Schenkungen, die den Freibetrag nicht überschreiten.

Wie hoch ist die Schenkungssteuer in Deutschland

Die Höhe der Schenkungssteuer hängt nach dem Schenkungssteuergesetz davon ab, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis der Schenker und der Beschenkte zueinanderstehen. Grundsätzlich gilt, dass die Schenkungssteuer bei einem engen verwandtschaftlichen Verhältnis am niedrigsten ist. Die Schenkungssteuer steigt mit der Entfernung des Verwandtschaftsgrades. Die Beschenkten werden in drei verschiedene Schenkungssteuerklassen eingeteilt, die über die Höhe der Schenkungssteuer bestimmt. 

Zusätzlich hängt die Schenkungssteuer vom Schenkungssteuer Freibetrag und von der Höhe der Schenkungab; dazu und zur Schenkungssteuer Berechnung später mehr. Im Folgenden informieren wir Sie zunächst darüber, wer in Bezug auf die Schenkungssteuer den verschiedenen Steuerklassen angehört; die Zuordnung zu einer Steuerklasse ist der erste Schritt, um mit dem Schenkungssteuer ermitteln fortzufahren:

  • Zur Steuerklasse I gehören Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, leibliche Kinder, Adoptiv- und Stiefkinder und Enkelkinder.
  • Zur Steuerklasse II gehören Urgroßeltern, Großeltern, Geschwister, Neffen und Nichten, Stiefeltern, Schwiegereltern und geschiedene Partner beziehungsweise ehemalige eingetragene Lebenspartner.
  • Zur Steuerklasse III gehören weit entfernte Verwandte und nicht Verwandte wie Freunde und Bekannte.

Wertermittlung der Schenkung

Um die genaue Schenkungssteuer Höhe zu bestimmen, muss zunächst der Wert einer Schenkung ermittelt werden. Von dem Schenkungswert ist die Höhe der Schenkungssteuer nämlich abhängig. Hier gilt die Faustregel, dass die Schenkungssteuer mit dem Wert der Schenkung steigt. Trotzdem unterscheidet sie die Schenkungssteuer Höhe davon, wem die Schenkung zuteil wird: Angehörige der Steuerklasse I zahlen bei gleichem Wert einer Schenkung weniger Schenkungssteuer als Angehörige der Steuerklassen II und III.

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Schenkungssteuer Freibeträge

Für die verschiedenen Steuerklassen gibt es Freibeträge, für die keine Schenkungssteuer erhoben wird. Diese Freibeträge können sich nochmal innerhalb der einzelnen Steuerklassen unterscheiden. Beispielsweise gilt innerhalb der Steuerklasse I für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner ein Schenkungssteuer Freibetrag von einer halben Million Euro, während Kinder beziehungsweise Stiefkinder und Adoptivkinder nur einen Schenkungssteuer Freibetrag von 400 000 Euro haben. 

Enkelkinder dürfen nur noch 200 000 Euro erhalten, ohne Schenkungssteuer zahlen zu müssen; bei Großeltern und Eltern halbiert sich der Schenkungssteuer freie Betrag ein weiteres Mal. In der Steuerklasse II und III sind Schenkungen von einer Höhe bis zu 20 000 Euro von der Schenkungssteuer befreit.

Definition Steuerfreibetrag

Mit dem Steuerfreibetrag ist der Betrag gemeint, der bei einer Schenkung von der Schenkungssteuer ausgenommen ist. Besteuert werden demzufolge nur die Beträge, die den Wert des Steuerfreibetrages überschreiten. Erhält ein Kind beispielsweise vom Vater eine Schenkung über 500 000 €, so sind 400 000 € davon steuerfrei. Für die restlichen 100 000 € gilt in der Steuerklasse I, wie Sie untenstehender Tabelle entnehmen können, ein Schenkungssteuersatz von 11 Prozent.

Höhe Steuersätze, wenn Schenkungssteuer Freibeträge überschritten werden?

Werden die Schenkungssteuer Freibeträge überschritten, muss Schenkungssteuer gezahlt werden. Die folgende Schenkungssteuer Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die Höhe der Schenkungssteuer in Abhängigkeit von den Steuerklassen:

Wert d. Schen-kung

Steuer-klasse I

Steuer-klasse II

Steuer-klasse III

· bis 75 000 €

7 %

15 %

30 %

· bis 300 000 €

11 %

20 %

30 %

· bis 600 000 €

15 %

25 %

30 %

· bis 6 Millionen €

19 %

30 %

30 %

· bis 13 Millionen €

23 %

35 %

50 %

· bis 26 Millionen €

27 %

40 %

50 %

· Darüber

30 %

43 %

50 %

Wenn Sie Fragen zur Schenkungssteuer im Allgemeinen haben, eine Schenkung vornehmen möchten oder sich über den Unterschied von Schenkungssteuer und Erbschaftssteuer informieren möchten, können Sie das hier auf Erbrechtsinfo.com tun. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen rund um das Thema Erbrecht verständlich aufgearbeitet. 

Ob Sie ein Testament erstellen, ein Testament anfechten oder einen Erbvertrag aufsetzen möchten, sind Sie hier richtig. Darüber hinaus bieten wir Ihnen Informationen zum gesetzlichen Erbrecht, der Erbreihenfolge, dem Pflichtteilsanspruch und was Sie beachten müssen, wenn Sie ein Erbe ausschlagen möchten oder beim Erbe übergangen wurden. Selbstverständlich finden Sie über reine Informationen hinaus persönliche Unterstützung von unseren Anwälten für Erbrecht.

Mann schreibt am Tisch mit einem kleinen Haus

Schenkungssteuer Immobilien, Haus und Grundstück

Bei der Schenkungssteuer für Immobilien beziehungsweise bei der Schenkungssteuer fürs Haus ist zu beachten, dass neben der Schenkungssteuer weder eine Grunderwerbssteuer noch eine Einkommenssteuer anfällt. Gleiches gilt bei der Schenkungssteuer für Grundstücke. Um die Höhe der Schenkungssteuer bei Immobilien zu berechnen, muss der Verkehrswert ermittelt werden. 

Schenken sich Eheleute selbst genutztes Wohneigentum zur gemeinsamen Verwendung, so ist die Schenkung steuerfrei, unabhängig vom Steuerfreibetrag. So kann eine Schenkung von Immobilien also unter Umständen gänzlich von der Schenkungssteuer frei sein. 

Weitergabe von Immobilie, Haus oder Grundstück durch Vererbung

Wird eine Immobilie, ein Haus oder ein Grundstück vererbt, so fällt ebenfalls weder Grunderwerbssteuer noch Einkommenssteuer an. Statt der Schenkungssteuer wird schlicht eine Erbschaftssteuer berechnet.

Welche Auswirkungen haben Schenkungen auf ein späteres Erbe?

Alle Schenkungen, die ein Erblasser innerhalb der letzten zehn Jahre vor seinem Tod vorgenommen hat, müssen auf die Erbschaft angerechnet werden. Ein Erblasser kann also nicht sein ganzes Vermögen verschenken, sodass beispielsweise Pflichtteilsberechtigte um einen Teil ihres Erbes betrogen werden. Schenkungen im Jahr vor dem Erbfall werden ganz angerechnet, danach fällt der Anteil, der angerechnet werden muss, jährlich um zehn Prozent. 

Ablauf Schenkungssteuer

Wer eine Schenkung erhält, muss diese innerhalb einer Frist von drei Monaten schriftlich an das zuständige Finanzamt melden, damit die Schenkungssteuer ordentlich berechnet und abgeführt werden kann. Zusätzlich muss auch der Schenkende Meldung über die Schenkung machen, ebenfalls beim zuständigen Finanzamt innerhalb von drei Monaten.

Entfallen der Meldepflicht

Die Meldepflicht entfällt, wenn die Schenkung gerichtlich oder vom Notar beurkundet wurde, weil diese ihrerseits eine Meldepflicht haben. Trotzdem angegeben muss die Schenkung selbstverständlich in der Steuererklärung über das Schenkungsformular.

Wer ist zur Abgabe der Schenkungssteuer verpflichtet?

Zur Abgabe der Schenkungssteuer ist jeder natürliche Person verpflichtet, die eine den Freibetrag überschreitende Schenkung erhält und in Deutschland ihren Wohnsitz hat. Die Staatsangehörigkeit spielt für die Schenkungssteuer Abgabepflicht keine Rolle.

  • Hier gehts zum Schenkungssteuer Rechner

Wo meldet man eine Schenkung?

Eine Schenkung meldet man beim Finanzamt mit einer Frist von drei Monaten. Sowohl Beschenkter als auch der Schenker müssen eine Meldung abgeben.

Die Meldungen müssen folgende Angaben enthalten:

  • Personendaten der Beteiligten (Schenker und Beschenkter)
  • Was wurde geschenkt?
  • Verwandtschaftliches Verhältnis

Anhand dieser Daten lässt sich dann die Schenkungssteuer ermitteln.

Schenkungssteuererklärung

Die Schenkung beziehungsweise die Schenkungssteuer muss auch in der Steuererklärung angegeben werden. Hierzu gibt es spezielle Schenkungsformulare beziehungsweise Vordrucke, die genutzt werden können. Mithilfe dieser Vordrucke kann der Geschenknehmer die Höhe der Schenkungssteuer selbst ermitteln. 

Wenn die Schenkung vom Notar oder gerichtlich beurkundet wurde, kann der Geschenkgeber darauf warten, dass das Finanzamt ihn zur Abgabe der Schenkungssteuererklärung auffordert. Die Aufforderung erhält dann auch immer die Angabe einer Frist, die mindestens einen Monat betragen muss.

Schenkungssteuer umgehen

Mit einigen Tricks kann man die Schenkungssteuer umgehen. Beispielsweise ist es möglich, immer nur Beträge zu schenken, die den Freibetrag nicht überschreiten. So muss keine Schenkungssteuer gezahlt werden. Alle zehn Jahre steht der Freibetrag für Schenkungen erneut zur Verfügung.

Möglich ist zum Beispiel auch, dass Eltern ihrem Kind beide Beträge schenken, die den Freibetrag ausschöpfen. So erhält das Kind deutlich mehr als den Freibetrag, muss aber trotzdem keine Schenkungssteuer zahlen, weil sowohl die Mutter als auch der Vater die Schenkung separat vornehmen und es sich dann rechtlich um zwei verschiedene Schenkungen handelt. In solchen Fällen kann es aber zu einer Prüfung durch das Finanzamt kommen, das solche Schenkungen als bewussten Versuch wertet, die Schenkungssteuer zu umgehen. Hier kann es passieren, dass die Beträge zusammengerechnet werden und trotzdem eine Schenkungssteuer fällig wird.

Die Schenkungssteuer umgehen kann man auch mit sogenannten Kettenschenkungen, bei denen mehrere Personen eine Schenkung unter Ausschöpfung des jeweils maximalen Freibetrags immer weiter verschenken.

Wenn Sie Fragen zur Schenkungssteuer oder allgemein zum gesetzlichen Erbrecht haben, wenden Sie sich an einen auf Erbrecht spezialisierten Anwalt. Dieser kann Sie beraten und Ihnen bei allen auftauchenden Problemen zur Seite stehen. Hier auf Erbrechtsinfo.com finden Sie kostenlos Ihren passenden Erbrechtsanwalt.

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