Erbschein in Deutschland - Infos, Fristen & Kosten

Frau unterschreibt Erbschein
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Nach dem Tod eines geliebten Menschen gibt es einige juristische Hürden zu bewältigen. Um nachzuweisen, ob Sie ein rechtmäßiger Erbe des Verstorbenen sind, müssen sie als Beweis entweder ein Testament oder einen Erbvertrag vorlegen bzw. – wenn beides nicht vorhanden ist – einen Erbschein beantragen. Aber wie funktioniert das Erbschein beantragen, mit welchen Erbschein Kosten muss man rechnen und wie stellt man einen Erbschein Antrag? Der folgende Artikel beantwortet alle wichtigen Fragen zum Erbschein in Deutschland.

Viele suchen sich im Internet für den Antrag ein Erbschein Muster heraus, jedoch sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass dieses Erbschein beantragen Formular lediglich zur Orientierung dient. 

Es ist ratsam, für das Erbschein beantragen einen spezialisierten Anwalt für Erbrecht zu kontaktieren. Nutzen Sie hierfür gerne unsere Anwaltssuche bei Erbrechtsinfo.com und finden sie den passenden Anwalt für Ihr Anliegen.

Das Wichtigste in Kürze:

Was ist ein Erbschein?

Der Erbschein ist ein amtliches Zeugnis, das Auskunft über die rechtmäßigen Erben eines Nachlasses gibt und in Form einer öffentlichen Urkunde ausgestellt wird. Ein Erbschein ist notwendig, um sich als Erbe ausweisen zu können. Notwendig ist dies beispielsweise, wenn ein Erbe für einen Verstorbenen Bankgeschäfte abwickeln muss und ein Nachweis über die Befugnis verlangt wird. 

Jeder, der einen Erbschein haben möchte, muss den Erbschein beantragen, automatisch ausgestellt wird er nicht. Das gilt sowohl für die Erben, die nach der gesetzlichen Erbfolge erben, als auch für die im Testament oder Erbvertrag eingesetzten Erben.

Welche Erbschein Arten gibt es?

Im deutschen Erbrecht gibt es verschiedene Erbschein Arten. Welcher Erbschein ausgestellt wird, ist abhängig davon, wie viele Erben ein Erblasser hat. Je nach dem gibt es den sogenannten Alleinerbschein, den gemeinschaftlichen Erbschein und den Teilerbschein. Im Folgenden erfahren Sie, worin sich die drei Erbschein Arten unterscheiden.

Alleinerbschein

Der Alleinerbschein ist ein Erbschein, der dann ausgestellt wird, wenn ein Erblasser nur einen Erben hat. Diesem Erben wird das alleinige Erbrecht dann durch den Alleinerbschein bestätigt. Hierbei ist es unerheblich, ob das alleinige Erbrecht über die gesetzliche Erbfolge erworben wurde oder der Erblasser eine Person in seiner letztwilligen Verfügung als Allein- oder Universalerbe eingesetzt hat.

Gemeinschaftlichen Erbschein

Der gemeinschaftliche Erbschein wird dann ausgestellt, wenn es mehrere Erben gibt. Im gemeinschaftlichen Erbschein werden dann die unterschiedlichen Erbquoten der einzelnen Erben angegeben. 

Damit ein gemeinschaftlicher Erbschein also ausgestellt werden kann, müssen von allen Erben die genauen Erbanteile feststehen. Außerdem müssen alle Erben die Erbschaft auch angenommen haben, damit ein gemeinschaftlicher Erbschein ausgestellt werden kann.

Teilerbschein

Wenn es mehreren Erben gibt, aber nicht alle einen Erbschein beantragen, kann einzelnen Erben auf Antrag ein sogenannter Teilerbschein ausgestellt werden. Dieser enthält dann nur die genauen Angaben zu dem Erbteil des Erben, der den Teilerbschein beantragt.

Wer kann einen Erbschein beantragen?

rundsätzlich kann jeder rechtmäßige Erbe eines Nachlasses einen Erbschein beantragen. Um rechtmäßiger Erbe zu sein, muss die Anerkennung als Erbe vorliegen. Diese erhält ein Erbe entweder durch die gewillkürte Erbfolge, also die Einsetzung durch den Erblasser in ein Testament oder einen Erbvertrag, oder durch die gesetzliche Erbfolge, wenn keine letztwillige Verfügung des Todes wegen vorliegt. 

Voraussetzung für die Erteilung eines Erbscheins ist allerdings, dass der Erbe das Erbe offiziell angenommen hat. Gibt es mehrere Erben und haben von diesen noch nicht alle das Erbe angenommen, kann beispielsweise noch kein gemeinschaftlicher Erbschein ausgestellt werden, sondern zunächst nur Teilerbscheine für die Erben, die sich bereits für die Annahme des Erbes entschieden haben.

Achtung!

Ein Erbschein ist nicht in jedem Erbfall zwingend erforderlich. Bei komplizierten Familienverhältnissen beziehungsweise vielen Erben ist ein Erbscheinantrag allerdings oftmals unverzichtbar, um die den Nachlass betreffenden Angelegenheiten regeln zu können.

Was steht im Erbschein?

Im Erbschein steht, wer rechtmäßiger Erbe ist und wie hoch der Erbteil des jeweiligen Erben ist. Natürlich werden auch die Daten der Erben auf dem Erbschein vermerkt. Hierzu zählen die Namen, Adressen und die Geburtsdaten. Durch die Erteilung des Erbscheins erhalten die Erben das Recht, über den Nachlass zu verfügen. 

Gibt es mehrere Erben, so bilden diese automatisch eine Erbengemeinschaft. Alle Mitglieder der Erbengemeinschaft dürfen solange nur gemeinsam über den Nachlass verfügen, bis die Erbteilung abgeschlossen ist. In gewisser Weise dient der Erbschein während der Zeit des Bestehens der Erbengemeinschaft also auch als Sicherheit – denn ohne die Zustimmung der anderen Erben kann einer allein nichts ausrichten.

Tipp!

Wenn Sie einen Erbschein beantragen, machen Sie das am besten beim Amtsgericht direkt und nicht über einen Notar. Weil auf die Notargebühr 19 Prozent Mehrwertsteuer anfallen, ist der Erbschein Antrag über das Amtsgericht günstiger.

Erbschein Muster

Wenn Sie einen Erbschein beantragen möchten, finden Sie hier ein Erbschein Antrag Muster. Beachten Sie aber, dass das Erbschein beantragen Formular nur zur Orientierung dient. Wenn Sie sichergehen möchten, dass Sie keine Fehler machen, nehmen Sie die Hilfe eines Anwalts für Erbrecht in Anspruch.

Über die Anwaltssuche von Erbrechtsinfo.com finden Sie einen passenden Ansprechpartner in Ihrer Region. Natürlich können Sie sich auch mit allen anderen erbrechtlichen Anliegen an unsere Erbrechtsspezialisten wenden, beispielsweise bei Fragen zum Nachlassverfahren, der Erbschaftsteuer, der Vorsorgevollmacht oder der Mediation im Erbrecht.

Wann ist ein Erbschein notwendig?

Wann ein Erbschein notwendig ist, hängt von der Situation ab. Mit dem Erbschein können Sie Ihre Erbenstellung nachweisen. Er ist also immer dann notwendig, wenn Sie Ihre Erbenstellung belegen beziehungsweise sich als Erbe ausweisen müssen. Das kommt vor allem gegenüber Banken, Versicherungen und beispielsweise dem Grundbuchamt vor.

Hier können Sie ohne Nachweis über Ihre Erbenstellung nichts ausrichten beziehungsweise nicht über das Erbe verfügen. In vielen Fällen reicht eine Kopie des Testaments oder Erbvertrags und das Eröffnungsprotokoll des Gerichts als Ersatz für den Erbschein aus, allerdings nicht immer.

Vorsorgevollmacht

Unter Umständen kann eine Vorsorgevollmacht einen Erbschein ersetzen. Hat der Erblasser einen Erben zu Lebzeiten in seiner Vorsorgevollmacht als Berechtigten genannt kann dann auf einen Erbschein verzichtet werden, wenn in der Vorsorgevollmacht angegeben ist, dass diese über den Tod hinaus wirksam sein soll. In einem solchen Fall ist der Erbe auch ohne Erbschein befugt, über das Erbe zu verfügen und kann auf einen Erbschein Antrag verzichten.

Erbschein im Bankverkehr

Wenn ein Erbe für einen Verstorbenen Bankgeschäfte abwickeln möchte, ist meistens ein Erbschein erforderlich. Allerdings verzichten manche Banken auf die Vorlage eines Erbscheins, weil sie wissen, mit wie viel Aufwand der Erbschein Antrag verbunden ist; vor allem dann, wenn es sich um recht kleine Vermögen handelt, ist bei Banken gelegentlich kein Erbschein notwendig.

Kontovollmacht

Ein Erbschein zur Vorlage bei Banken erübrigt sich, wenn ein Erbe bereits zu Lebzeiten des Erblassers von diesem eine Kontovollmacht erhalten hat. Allerdings ist es wichtig, dass diese Kontovollmacht über den Tod des Erblassers hinaus seine Gültigkeit behält.

AGB der Sparkassen

Wenn ein Erbe auch ohne Erbschein zweifelsfrei nachweisen kann, dass er Erbe ist, so darf eine Bank keinen Erbschein verlangen. Die Sparkassen hatten in ihren AGB festgehalten, einen Erbschein verlangen zu dürfen. Diese Klausel hat der Bundesgerichtshof für unwirksam erklärt. 

Sollten Sie mit einer Bank also Probleme haben, dass diese einen Erbschein verlangt, obwohl Sie Ihre Erbenstellung anderweitig nachweisen können, sind Sie im Recht und sollten die Bank auf das Urteil des Bundesgerichtshofes hinweisen.

Grundbuch

Nach § 35 Abs. 1 GBO ist ein Erbschein für Änderungen im Grundbuch meist notwendig. Wer also ein Grundstück erbt, kommt um einen Erbschein in den meisten Fällen nicht herum. Liegt ein notarielles Testament vor, können Änderungen im Grundbuch meist ohne Erbschein vorgenommen werden. 

Liegt allerdings nur ein handschriftliches Testament vor oder sind Erben durch die gesetzliche Erbfolge erbberechtigt, ist ein Erbschein notwendig, um Änderungen vorzunehmen.

Begünstigter auf den Tod

Als Nachweis über die Erbenstellung ist kein Erbschein notwendig, wenn in einem Vertrag ein sogenannter Begünstigter auf den Tod genannt ist. Weil ein im Vertrag Begünstigter nicht automatisch auch Erbe ist, kann auch kein Erbschein verlangt werden. Der Rechtsübergang hat dann also nichts mit dem Erbrecht und den dortigen Regelungen zu tun, sondern verläuft gänzlich außerhalb des Erbrechts. 

Der im Vertrag benannte Begünstigte auf den Tod erhält den Gegenstand des Vertrages dann direkt und benötigt keinen Erbschein. Hier kann es sich sowohl um Lebensversicherungen und Sparverträge, aber auch um bestimmte Vermögensgegenstände handeln.

Sonstige Nachweise

Laut Urteil des Bundesgerichtshofes vom 5. April 2016 (Az. XI ZR 440/15) darf ein Erbe seine Erbenstellung auch ohne Erbschein nachweisen, solange er dies eindeutig kann. Das Erben ohne Erbschein ist also durchaus möglich. Beispielsweise muss ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag mitsamt des Eröffnungsprotokolls des Gerichts als Nachweis über die Erbenstellung ausreichen. 

Ein Erbschein darf dann nicht mehr verlangt werden. Anders sieht es bei einem handschriftlichen Testament aus. Hier ist eine beglaubigte Abschrift mit Eröffnungsvermerk vonnöten, um die Erbenstellung nachzuweisen und den Erbschein zu ersetzen, das Erben ohne Erbschein also möglich zu machen.

Hinweis!

Ein in einer Lebensversicherung genannter Bezugsberechtigter wird von der Versicherung begünstigt, ohne dass er einen Erbschein vorlegen muss. Die jeweilige Summe wird dem Nachlass nicht hinzugerechnet.

Alternativen zum Erbschein

Weil der Erbschein Antrag beziehungsweise die Erbschein Erteilung mit Kosten verbunden sind, sollte man unbedingt prüfen, ob nicht eine Erbschein Alternative herangezogen werden kann. Grundsätzlich darf ein Erbschein nur dann verlangt werden, wenn ein Erbe seine Erbenstellung anderweitig nicht eindeutig nachweisen kann. 

Eindeutig nachzuweisen ist eine Erbenstellung außer mit dem Erbschein auch durch andere Dokumente, beispielsweise einer Vollmacht des Erblassers, die über den Tod hinaus gültig ist, einem Testamentsvollstreckererzeugnis oder einem bereits eröffneten notariellen Testament. Bevor Sie also einen Erbschein beantragen und die damit verbundenen Kosten auf sich nehmen, prüfen Sie, ob Sie nicht eines der genannten Dokumente als Ersatz vorweisen können.

Ehepaar berät sich vor dem Laptop bezüglich Erbschein

Wie und wo kann ich einen Erbschein beantragen?

Bevor Sie einen Erbschein beantragen können, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie das Erbe annehmen oder ablehnen. Einen Erbschein beantragen können Sie nur, wenn Sie ein Erbe annehmen. Haben Sie sich dazu also entschieden, müssen Sie Ihre Annahme dem Nachlassgericht erklären oder die Frist zur Erbausschlagung verstreichen lassen. 

Für den Fall, dass Sie nach der gewillkürten Erbfolge erben, kann ein Erbschein erst beantragt werden, nachdem die Testamentseröffnung stattgefunden hat. Schließlich beantragen können Sie den Erbschein entweder beim Nachlassgericht oder über einen Notar.

Diese Dokumente benötigen Sie

Wer einen Erbschein beantragen möchte, benötigt hierzu verschiedene Unterlagen, um sich als Erbe auszuweisen. Hierzu gehören der Nachweis über die Eröffnung des Testaments und die Erklärung über die Annahme der Erbschaft oder der Nachweis über den Ablauf der Ausschlagungsfrist. 

Bei gesetzlicher Erbfolge muss die Erbenstellung über Dokumente wie beispielsweise Geburts- oder Sterbeurkunden nachgewiesen werden. Neben dem Erben selbst sind auch Testamentvollstrecker, Nachlassverwalter oder gesetzliche Betreuer eines Erben dazu befugt, einen Erbschein zu beantragen.

Erbschein beantragen – Dauer

Wie lange es dauert, einen Erbschein zu beantragen, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Weil die Behörden erst alle Dokumente prüfen muss und sicherstellen muss, dass alle Erben bekannt sind, kann die Erbschein Dauer einige Wochen in Anspruch nehmen. 

Insbesondere, wenn es viele Erben gibt oder nicht alle Erben bekannt sind, muss der Antragssteller unter Umständen eine extra Portion Geduld mitbringen.

Hinweis!

Wenn Sie einen Erbschein beantragen, nehmen Sie die Erbschaft automatisch an. Damit erben Sie auch alle Schulden des Erblassers und haben keine Möglichkeit mehr, die Erbschaft im Nachhinein auszuschlagen.

Erbschein erhalten – Wie geht es weiter?

Sobald Sie den Erbschein erhalten haben, sind Sie dazu befugt, Rechtsgeschäfte vorzunehmen. Hierzu zählt die Kontoführung ebenso wie die Kündigung von Verträgen, die Einforderung von Schulden, die Veräußerung von Gegenständen aus der Erbschaft. 

Auch mit einem gemeinsamen Erbschein dürfen die Erben über die Gesamtheit des Nachlasses verfügen. Allerdings müssen alle Erben der Erbengemeinschaft einverstanden sein. Erst, wenn die Erbengemeinschaft aufgelöst ist und der Nachlass unter den Erben aufgeteilt ist, darf jeder mit seinem Erbteil das machen, was er möchte.

Was kostet ein Erbschein?

Wie hoch die Kosten für einen Erbschein ausfallen, ist vor allem abhängig von der Höhe des Nachlasses und von der behördlichen Kostenordnung. Mindestens fallen Erbschein Kosten von 35 Euro an. Wenn es sich allerdings um ein großes Vermögen handelt, können die Erbschein Kosten auch auf mehrere hundert Euro ansteigen. 

Achten Sie auch unbedingt darauf, dass Sie beim Erbschein Antrag alle Angaben richtig machen. Wird ein Antrag aufgrund falscher Angaben zurückgewiesen, kann dies auch mit Kosten verbunden sein.

Beispiel für die Kosten des Antrages

Für einen Nachlasswert von 250 000 Euro erhebt das Nachlassgericht für den Erbschein eine Gebühr von 535 Euro. Die Beurkundung kostet eine weitere 1,0-fache Gebühr, also erneut 535 Euro. Insgesamt fallen hier also 1070 Euro an. 

Bei einem Nachlasswert von 10 000 Euro fällt eine Gebühr von 75 Euro an, mit Beurkundung kostet der Erbschein hier also 150 Euro. Beim Notar kommt immer noch die Mehrwertsteuer hinzu. Diese entfällt, wenn Sie den Erbschein direkt beim Nachlassgericht beantragen.

Hinweis!

Für einen Erbschein werden immer zwei Gebühren erhoben: eine für die Erteilung durch das Nachlassgericht und eine für die eidesstattliche Versicherung. Schulden werden mit dem Guthaben verrechnet. Hinterlässt ein Erblasser beispielsweise 400 000 Euro, aber 100 000 Euro Schulden, wird die Gebühr des Erbscheins ausgehend von einem Nachlass mit 300 000 berechnet.

Welche Fristen gibt es einzuhalten?

Wer einen Erbschein beantragen möchte, muss sich an keine Erbschein Frist halten. Der Erbschein kann zu jeder Zeit beantragt werden, allerdings erst dann, wenn das Erbe angenommen worden ist. 

Es ist allerdings empfehlenswert, sich zeitnah nach dem Tod des Erblassers um einen Erbschein zu kümmern, obwohl es keine Erbschein Fristen gibt, weil die Erbschein Dauer einige Wochen in Anspruch nehmen kann. Wenn es dann schnell gehen muss, hat man den Erbschein bei rechtzeitiger Beantragung schneller zur Hand.

Was passiert, wenn der Erbschein falsch ist?

Wenn sich herausstellt, dass ein Erbschein fälschlicherweise ausgestellt worden ist, so muss er vom Nachlassgericht eingezogen werden. Passieren kann dies beispielsweise, wenn nach einiger Zeit ein neues Testament auftaucht, das andere Erben benennt.

Hinweis!

Gutgläubige Dritte sind geschützt, wenn sie auf einen falschen Erbschein vertraut haben. Verkaufte Gegenstände können beispielsweise nicht zurückverlangt werden, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass der auf dem Erbschein ausgewiesene Erbe gar nicht rechtmäßiger Erbe ist.

Was bedeutet Publizitätswirkung?

2365 BGB stellt die Vermutung auf, dass die im Erbschein genannte Person auch tatsächlich Erbe ist. Diese Publizitätswirkung setzt jedoch die tatsächliche Rechtslage nicht außer Kraft. Stellt sich heraus, dass ein Erbe fälschlicherweise einen Erbschein erhalten hat, wird dieser eingezogen und ist nicht mehr wirksam. Seine Publizitätswirkung endet also.

Was bedeutet „Europäischer Erbschein“?

Ein europäischer Erbschein wird dann benötigt, wenn sich ein Teil der Erbschaft im Ausland befindet. Hier sind die Regelungen unterschiedlich. Wer im Ausland eine Erbenstellung nachweisen muss, sollte sich bei der jeweiligen Botschaft erkundigen, wie die weitere Vorgehensweise ist. 

Seit August 2015 gibt es die Möglichkeit, einen europäischen Erbschein zu beantragen. Dieser ist in allen Mitgliedsstaaten der EU gültig – mit Ausnahme von Irland, Dänemark und dem Vereinigten Königreich.

Der Erbschein bei landwirtschaftlichen Gütern

Der Erbschein für die Vererbung von Höfen im land- und forstwirtschaftlichen Sinne wird auch als Hoffolgezeugnis bezeichnet. Weil die Erbfolge bei land- und forstwirtschaftlichen Höfen jedoch besonderen Bedingungen unterworfen ist und hier andere Regelungen gelten, sollten Sie sich bei Fragen an einen Fachanwalt für Erbrecht wenden. 

Mithilfe der Anwaltssuche von Erbrechtsinfo.com finden Sie den passenden Anwalt in Berlin, München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg, Dortmund, Köln, Essen, oder anderen deutschen Region. Nehmen Sie bei Bedarf unkompliziert und kostenlos Kontakt auf. Gern unterstützen Sie die Anwälte von Erbrechtsinfo.com auch bei Fragen zu anderen Erbrechtsthemen wie der Durchsetzung von Pflichtteilsansprüchen, Schenkungen und der vorweggenommenen Erbfolge.

Nina-Hausmann-juristische Redaktion
Beitrag von
Nina Hausmann
Nina ist Teil unserer Online Redaktion. Sie gibt hilfreiche Antworten auf komplexe Rechtsthemen für Nicht-Juristen.
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